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SdKfz 173 "Jagdpanther"

Auf dieser Seite will ich Euch den Deutschen Jagdpanther (Sd.Kfz.173) vorstellen.


Die Bilder in der nachfolgenden Diashow stammen vom Jagdpanther aus dem Panzermuseum in Munster.


Die Entwicklung

Die Entwicklung des Jagdpanthers

Mitte 1943 wurde die Firma MIAG von dem Heereswaffenamt mit der Entwicklung des Prototyp von einem schweren Jagdpanzer auf der Basis des Panzerkampfwagen V Panther beauftragt. Dieser Panzer sollte mit der 8,8 cm PaK (die auch für den Königstiger vorgesehen war) ausgestattet werden. Auch sollte er über einen abgeschrägten Aufbau verfügen. Im Oktober 1943 wurde dieser Prototyp auf der Basis des Panther Ausführung A fertiggestellt.
Die Kanone des Jagdpanthers war in einen kastenförmigen Aufbau eingebaut, welche eine dicke Stahlpanzerung besaß. 80 mm an der Stirnseite und 50 mm an den Außenseiten. Die Schutzwirkung dieser Panzerung wurde noch verstärkt durch die schräge Anordnung der Frontplatten wodurch feindliche Treffer oftmals abgelenkt wurden. Obwohl der Jagdpanther relativ schwer war, war er aber weder langsam noch unbeweglich. Die Kanonenummantelung hatte eine Dicke von 100 mm. Die Stirn- und Seiten-Panzerplatten waren 30 bzw. 60 Grad geneigt, um ihre Schutzwirkung zu erhöhen. Dadurch erhielt der Jagdpanther seine beeindruckende und kantige Erscheinung. Bei seinem Gewicht von 45,5 Tonnen und einer Höhe von 2,72 m war der Jagdpanther ein relativ kompaktes Fahrzeug. Da man auch den im Panther eingesetzten, 700 PS starken Maybach HL230P30 Motor benutzte, erreichte der Jagdpanther Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 55 km/h. Diese Kombinationen stellte seine kleineren und leichteren Rivalen (StuG III usw.) in den Schatten. Im Juni wurden acht Jagdpanther zur 2. Kompanie der 654. schweren Panzerjäger Abteilung geschickt und in die Normandie abgestellt. Am 30. Juli lauerten 3 Jagdpanther der 654. einer Schwadron von Churchill-Panzern der Britischen 6. Garde-Panzer-Brigade auf und zerstörten 11 feindliche Panzer bei nur zwei eigenen Verlusten. Dieses Aufeinandertreffen zeigte deutlich das zerstörerische Potential des neuen Fahrzeugs.

Die ersten Serienmodelle rollten ab Februar 1944 nun auf der Basis des Panther Ausführung G vom Band. Der Jagdpanther wurde von Februar 1944 bis April 1945 gebaut, bis er schließlich wegen der vielen Alliierten Angriffe auf die Deutsche Panzerindustrie eingestellt wurde. In dieser Zeit wurden aber nicht mehr als 382 Fahrzeuge produziert, was einen Schnitt von 26 Fahrzeugen pro Monat ergibt. Anfangs wurde der Jagdpanther ausschließlich bei MIAG gebaut, ab Dezember 1944 stieg auch MAN in die Produktion ein, da man versuchen wollte die Produktion auf 150 Fahrzeuge pro Monat zu steigern. Dieses Ziel wurde allerdings nie erreicht.
Überwiegend wurden die Jagdpanther an sieben schwere Panzerjäger Abteilungen ausgeliefert und ferner noch einige nach Januar 1945 als Verstärkung für Panzer-Divisionen. Einen Jagdpanther an der Front auszuschalten war extrem schwierig und die Zerstörungskraft der 88 mm Kanone stellte eine ernste Bedrohung für die Alliierten Streitkräfte dar. Der Mangel an Treibstoff, Ersatzteilen und ausgebildeten Mannschaften begrenzte den Einfluss des Jagdpanthers auf den Kriegsverlauf drastisch. Als der Konflikt sich zuspitzte, wurden die Jagdpanther in kleine Gruppen aufgeteilt und erhielten die Aufgabe, das Vorrücken der Alliierten zu verhindern. Einer nach dem anderen fiel Luftangriffen, Panzerangriffen von der Seite oder leeren Benzintanks zum Opfer.

Die Fertigung der so genannten "späten Ausführung" des Jagdpanthers begann im Oktober 1944. Die wesentlichen Unterschiede zwischen der "frühen und späten Ausführung" waren:
--Die Modelle der "frühen Ausführung" benutzten einen nahezu glatt abschließenden Kanonenmantelkragen, dieser wurde bei der "späten Ausführung" durch einen größeren, verbolzten Kragen ersetzt. Zusätzlich wurden Kettenrücklaufräder mit größerem Durchmesser eingesetzt. Es wurden Auspuffabedeckungen angebracht, sogenannte "Flammenvernichter", um nicht bei nächtlichen Operationen durch die Abgasflammen das feindliches Gefechtsfeuer auf sich zu ziehen. Da aber noch jede Menge alter Auspufftöpfe übrig waren und es durch die Luftangriffe der Alliierten immer wieder zu Produktionsverzögerungen bzw. Ausfällen kam, wurden die Fahrzeuge auch teilweise noch bis März 1945 damit ausgerüstet. In Feldmodifikationen wurden die Flammenvernichterauspuffanlagen noch mit 90° Bogen nach hinten hinaus verlängert. Dieses diente als Trümmerschutz und um ein noch besseres unterdrücken der Abgasflammen.
--Die "frühe Ausführung" hatte anfangs auch nur eine einteilige KwK.

Die Abbildung zeigt den Aufbau eines Jagdpanther "frühe Ausführung" Die Abbildung zeigt die unterschiedlichen Kanonenmantelkragen, die unterschiedlichen Geschützblenden und die unterschiedlichen KwK´s der verschiedenen Ausführungen.

a) Jagdpanther "frühe Ausführung"

b) Jagdpanther "frühe Ausführung" als Befehlswagen

c) Jagdpanther "mittlere Ausführung"

d) Jagdpanther "späte Ausführung"

Die Einsatzgebiete

Die Ardennen-Offensive

Die 12. SS Panzerdivision Hilterjugend erlitt während der Landungen in der Normandie und bei der nachfolgenden brutalen Schlacht um Caen katastrophale Verluste. Mit dem Auftrag die Speerspitze der kommenden Ardennen-Offensive zu bilden, wurde sie durch die 560. schwere Panzerjäger Abteilung verstärkt. Die 1. Kompanie bestand aus 13 Jagdpanthern, während die 2. und 3 Kompanie mit 31 Jagdpanzern IV/L70 "Lang" ausgerüstet war.
Unmittelbar nach Mitternacht am 20. Dezember 1944 begannen die Jagdpanther der 1. Kompanie unterstützt vom 26. SS Panzergrenadier Regiment den Angriff auf Bütgenbach. Das Abwehrfeuer des 26. US-Regiments war furchtbar und 2 Fahrzeuge wurden von 57 mm Panzerabwehrkanonen der Alliierten außer Gefecht gesetzt, die auf ihre Abgasflammen zielten. In der Dämmerung hatten einige Jagdpanther der 1. Kompanie die Frontlinien durchbrochen. Die Panzergrenadiere wurden jedoch durch heftigen Beschuss zerstreut und konnten mit den Fahrzeugen nicht mithalten. Diese kleine Durchbruchsstreitmacht wurde eingekesselt und gezwungen sich einzuigeln. Zwei Tage kämpften sie verzweifelt bis schließlich die erschöpften Überlebenden sich in die eigenen Reihen zurückzogen. Zwei Jagdpanther, welche im Feld aufgegeben worden waren, wurden von den Amerikanern erbeutet. Die Jagdpanther waren auf den engen und winkeligen verschlammten Straßen in der bergigen Ardennen Region benachteiligt. Die schlechte Sicht auf das Gefechtsfeld wurde durch das Fehlen eines drehbaren Turms noch verschlimmert. Dieses zusammen mit einem beständigen Mangel an Kraftstoff und Munition verringerte die Möglichkeit eines Deutschen Sieges gewaltig.



Die Schlacht um das Elsass

Die 654. schwere Panzerjäger Abteilung wurde nach der Schlacht in der Normandie neu formiert und im Herbst 1944 auf den Elsässischen Kriegsschauplatz geschickt. Am 27. November 1944 lauerte Feldwebel Karl Bart von der 2. Kompanie 4 Sherman Panzern auf, welche in die deutschen Linien bei Burnhaupt einbrachen. Er zerstörte 2 Panzer in gerade mal 3 Minuten und zwang die unterstützende Infanterie, sich unter großen Verlusten zurückzuziehen.
Am 30. Januar 1945 war Bart mit drei Jagdpanthern auf Wachposten im Osten von Jebsheim. An diesem Morgen begannen die Alliierten einen groß angelegten Angriff und durch den sich dabei ergebenden schweren Beschuss wurden die beiden anderen Jagdpanther schnell außer Gefecht gesetzt. Als Sherman Panzer und jede Menge Truppen gegen seinen Standort vorrückten, hielt Bart's einziger übrig gebliebener Jagdpanther tapfer seine Stellung und zerstörte fünf feindliche Panzer. Seine Schüsse verrieten jedoch seinen Standort und er kam unter konzentriertes Sperrfeuer, welches sein Fahrzeug sehr bald beschädigte. Bart holte sich in Ruhe das innere Maschinengewehr, baute es am Fahrzeugdach auf und richtete damit einen Feuerfächer gegen die vorrückenden feindlichen Reihen ein, so dass sie zu panischer Flucht in Richtung Jebsheim zurück getrieben wurden. In Anerkennung dieser und anderer verdienstvoller Taten wurde er am 9. März 1945 mit dem Deutschen Kreuz in Gold ausgezeichnet.



Kämpfe in Ostpreußen

Im Februar 1945 war die 4. Panzerdivision in einen tödlichen Kampf gegen die zahlenmäßig weit überlegenen Sowjetischen Panzertruppen in Heiderode (Czersk) südwestlich von Danzig (Gdansk). Am 14. Februar kamen 8 Jagdpanther an um die 4. Division wieder aufzufüllen und wurden der 3. Kompanie des 1. Batallion von dem 35. Panzerregiment zugeteilt. Hauptfeldwebel Hermann Bix war ein Veteran von dem Unternehmen Barbarossa, der dafür bereits mit dem Deutschen Kreuz ausgezeichnet war. Er hatte seinen eigenen Panther Panzer gerade ein paar Tage früher verloren und erhielt daher das Kommando des neuen Jagdpanthers.
Am 25. Februar 1945 hielt Bix südwärts in Richtung auf die Stadt Preußisch Stargard (Starogard Gdanski) zu und es gelang ihm, die Sowjetische Vorhut aufzuhalten. Bix selbst setzte bei dieser Aktion 4 feindliche Panzer außer Gefecht und erhielt Order, das Territorium allein gegen weitere Angriffe zu halten. Es dauerte nicht lange und ein in USA gebauter (Russischer) Sherman Panzer erschien auf einem entfernten Hügel und wurde von Bix's zweitem Schuss auf eine Entfernung von 1.200 m zerstört. Verblieben waren ihm gerade noch 5 Schuss H.E. und 20 Schuss A.P., als Bix schon bald eine überwältigende Gruppe T34 Panzer erblickte. Er wartete, bis der führende Panzer 800 m weit weg war, dann gab Bix den Feuerbefehl, ein direkter Treffer! Bix's Mannschaft schaltete insgesamt 11 T34 aus, bis er seinen letzten H.E. Schuss auf eine Reihe von mit Truppen beladenen LKW´s abfeuerte. Als Bix sich zum Rückzug wendete, kam von der Flanke einer der verbleibenden T34 auf ihn zu und näherte sich bis auf 80 m. Mit einer wilden Drehung schaffte es Bix's Jagdpanther gerade noch zuerst zu feuern, was ihm den 15. Abschuss an diesem Tag einbrachte. Bei einem späteren Aufeinandertreffen kommandierte Bix erneut einen Jagdpanther und zerstörte wieder 11 Sowjetische Panzer was die Zahl seiner Abschüsse auf 75 feindlicher Panzer herauf schraubte. Am 22. März 1945 wurde er mit einer der höchsten Auszeichnungen der Wehrmacht, dem Ritterkreuz, geehrt.

Die Farbgebung

Die Lackierung / Tarnung:

Die Panzer wurden in einer dunkelgelben Grundfarbe ausgeliefert und das Tarnschema wurde je nach den Einsatzgebieten von den Einheiten selbst aufgebracht. Gegen Ende 1944 ging der Befehl heraus die Panzer nicht mehr mit dieser dunkelgelben Grundfarbe zu versehen sondern das Tarnmuster direkt auf die rote Rostschutzfarbe auf zu tragen. Aber im Verlauf des Winters 1944/45 ging man darauf über die Panzer grundsätzlich mit einer dunkelgrünen Grundfarbe zu versehen da eine sandgelbe Färbung kaum mehr den Begebenheiten der heimischen Kriegsschauplätzen entsprach. Da es aber immer noch den Erlass gab in dem es hieß erst alte und vorhandene Farbbestände aufzubrauchen, war es in punkto Farbgebung genau so chaotisch wie die gesamte Situation der deutschen Rüstungsindustrie, die durch Materialknappheit und alliierter Angriffe zu einer Verschlechterung der Qualität geführt haben.


Zimmerit:

Von der Chemische Werke Zimmer AG wurde die Paste Zimmerit entwickelt. Zimmerit war ein vorwiegend von der deutschen Wehrmacht im zweiten Weltkrieg verwendetes Putzmaterial zur Beschichtung von Panzern zum Schutz gegen magnetische Haftminen. Es handelt sich um eine betonartige Paste die auf den Panzer mittels Zahnspachtel in lamellenartigem Muster aufgetragen wurde und dort aushärtete. Im September 1944 kam das Gerücht auf, dass der Zimmeritbelag durch Geschosseinwirkung in Brand geraten könnte. Dadurch wurde die Anbringung von Zimmerit beendet. Dieses Gerücht konnte durch Tests wiederlegt werden, aber dennoch kam Zimmerit bis zum Kriegsende nicht mehr zum Einsatz.

Quelle: Tamiya / und eigene Recherche

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