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Der letzte Brückenkopf

Der letzte Brückenkopf

Das Diorama was ich hier vorstellen möchte nenne ich „Der letzte Brückenkopf“ .

Vorwort: Da mir mein Diorama Normandie 1944 nie so richtig gefallen hat und ich aus diesem Grund daran nicht weiter gebaut habe, habe ich mich dazu entschlossen mit einem neuen Diorama mit einer Gesamtlänge von ca. 3,00 m und einer Breite von ca. 1,00 m an gleicher Stelle zu beginnen. Auch dieses Diorama wird ein Langzeitprojekt werden an dem ich immer so Stück für Stück weiter baue.

Der Baubeginn war am 13. Mai 2010

Bauen werde ich genau wie bei dem Vorgänger in einer Modul-Bauweise. Jedes Modul stellt ein eigenes Diorama da was mit den anderen Modulen zusammengeschraubt wird und so ein großes Diorama ergibt. Auch einzelne Gebäude können von dem Modul herunter genommen werden und stellen für sich schon ein kleines Diorama da.
Mit Ausschlag gebend für dieses neue Projekt war die Firma Imperial-Modellbau die seit einiger Zeit Straßenplatten im passenden Maßstab 1:16 aus Resin in ihrem Programm hat.
Noch besser finde ich allerdings das man die Silikonformen für diese Straßenplatten auch von Imperial-Modellbau zu kaufen bekommt. So hat man die Möglichkeit sich die Straßenplatten samt Gehwegen aus Keramin selber zu gießen was bei der von mir benötigten Menge schon wesentlich günstiger ist.


Zum historischen Hintergrund: Frühjahr 1945 irgendwo in einer kleinen Stadt in Westdeutschland. In den Wirren der letzten Kriegstagen versuchen die Deutschen mit einem letzten Aufgebot aus den verschiedensten Waffengattungen (Wehrmacht, SS, Fallschirmjäger und Volkssturm) den letzten verbliebenen Brückenkopf über einen kleinen Fluss gegen die vorrückenden Alliierten zu halten. Der Grund, eine Lokomotive soll einen bereitstehenden Lazarettzug mit verwundeteten Soldaten auf einer der letzten nicht zerstörten Feldbahntrasse noch in Sicherheit bringen.

Begonnen wurde damit erst einmal jede Menge Straßenplatten, Gehwege und Randsteine aus Keramin zu gießen. So habe ich an einem Nachmittag 7 Kg Keramin verarbeitet.
Für Keramin habe ich mich entschieden da Keramin etwas bruchfester wie Gips ist und außerdem nicht so saugend wirkt wenn später Farbe aufgetragen wird. Besser wäre noch Resin gewesen aber bei meiner benötigten Menge einfach zu teuer und außerdem würden dann die Silikonformen nicht so lange halten.

Die neuen Silikonformen von Imperial-Modellbau

Wegen der Kapillarwirkung hat meine Frau die Silikonformen vor dem Ausgießen erst noch mit einem Gemisch aus Wasser und ein paar Tropfen Spühlmittel eingesprüht.

Einsprühen mit Wasser und Spühlmittel

Das Keramin wurde in einem Mischungsverhältnis von 3:1 (3 Teile Keramin zu 1 Teil Wasser) angerührt und dann in die Silikonformen gegossen. Mit einem Rakel habe ich dann die Oberflächen abgezogen.

Anrühren vom Keramin Ausgießen der Form

Nach dem Trocknen der Keraminteile was ca. 45 Minuten dauert, wurden die Teile vorsichtig aus der Form entfernt.

Trocknen des Keramin Vorsichtiges entfernen der Keraminteile

Bevor man die frisch gegossenen Keraminteile weiter verwendet, sollten diese erst richtig durchtrocknen. Das kann bis zu 48 Stunden dauern. Während dieser Zeit habe ich mir die Grundplatten für die ersten beiden Module gemacht. Die Grundplatten stammen aus 9 mm starkem, feuchtigkeitsbeständigem Sperrholz und wurden mit einem Rahmen aus gehobelten Dachlatten (24 x 44 mm) mit Holzleim verklebt und verschraubt. Das erste Modul hat eine Große von 1,0 m x 0,6 m und das zweite Modul hat eine Größe von 0,8 m x 0,6 m.

Die Sperrholzgrundplatte von oben..... .....und von unten

Nach dem Trocknen habe ich mit UHU-Montagekleber die Straßen und Gehwegplatten aus Keramin auf den Grundplatten aufgeklebt.
Auch die Stoßkanten der einzelnen Straßenplatten wurden mit dem UHU-Montagekleber verfugt.

Um den Gullideckel in die Straßenplatte einzusetzen musste aus der Straßenplatte eine entsprechende Ecke mit dem Cuttermesser entfernt werden. Dann konnte der Gullideckel in die Aussparung eingeklebt werden.

Der Gullideckel Die Aussparung in der Straßenplatte Der eingeklebte Gullideckel

Im Gegensatz zu zu dem ersten großen Diorama "Normandie 1944" wo die Grundplatten einfach nur auf Holzböcken standen habe ich mir diesmal ein Untergestell aus gehobelten Holzleisten (34 x 34 mm) gebaut. Zur Versteifung dienten noch vorhandene gehobelte Dachlatten. Ich habe das Untergestell so konstruiert das man die Module relativ einfach abnehmen kann. Zudem wurde das Untergestell auf kleine Rollen gestellt so das man es bequem hin und her rollen kann.
Die beiden einzelnen Module wurden mit Möbelschrauben noch miteinander verschraubt.

Die Grundplatte und das Untergestell von meinem alten Diorama "Normandie 1944" Das neue Untergestell Die Rollen vom Untergestell

Zwischenzeitig wurden die aufgeklebten Straßen- und Gehwegplatten etwas farblich gestaltet.

--Als 1. wurden diese mit Aerosol Primer grau von Vallejo grundiert.
--Als 2. wurden die Straßenplatten mit stark verdünnter Tamiya Acryl Farbe XF-24 dark grey gebrusht.
--Als 3. wurden die Gehwegplatten mit Tamiya Acryl Farbe XF-20 medium grey angestrischen.

Die Randsteine, Gullidecke und ein Washing bzw. Trockenmalen wird zu einem späteren Zeitpunkt noch gemacht.

Der Aerosol Primer in grau von Vallejo

Die Tamiya Acryl Farbe XF-24 dark grey

Die Tamiya Acryl Farbe XF-20 medium grey

Die Straßen- und Gehwegplatten im rohen Zustand Die Straßen- und Gehwegplatten grundiert Die Straßen- und Gehwegplatten angemalt mit Tamiya Farben

Zwischzeitig wurde immer wieder an dem kleinen (Einzel) Diorama "Die Kommandantur" gebaut. Eigentlich handelt es sich eher um ein Gebäude was seinen Platz an der Ecke Nebenstraße und Hauptstraße auf dem ersten Modul bekommen soll.
Die Feinheiten wie z.B. kaputte Fensterscheiben, Dreck und Schutt werden zum Schluß beim finish noch anbegracht.

Eine Vorstellung mit Baubericht darüber findet Ihr H I E R !

Der Stand zum 18.07.2010 sieht dann wie auf dem folgenden Bild aus.

Anmerkung: Einige Fahrzeuge und Wagen stehen nur als Beispiel auf dem Diorama und sind noch nicht entgültig!

Das von mir fertiggestellte kleine Diorama "Pak-Stellung" bekam seinen Platz auf dem Diorama direkt neben der Kommandantur .

Der Stand zum 25.07.2010 sieht dann wie auf den folgenden Bildern aus.

Anmerkung: Einige Figuren stehen nur als Beispiel auf dem Diorama und sind noch nicht endgültig!

Um auf dem ersten Modul meines Dioramas den schmalen Streifen zwischen Gehweg und Modulende zu kaschieren habe ich auf eine 4 mm Sperrholzplatte eine Birke von der Firma Noch mit Heißkleber aufgeklebt. Um die Grundplatte an das Modul optisch besser anzupassen, musste an einer Ecke der Sperrholzplatte ein Stück heraus gebrochen werden. Aus einem Gemisch von 2:1 Wasser und Ponal und der Zugabe von Vogelsand wurde der Erdboden und Schutthaufen gemacht. In diesen Schutthaufen habe ich dann noch ein paar zerbrochene Gehwegplatten eingedrückt.

Nach dem Trocknen des Vogelsandbodens wurde dieser noch mit Tamiya Acryl Farbe XF-52 flat earth angemalt. Die Gehwegplatten habe ich mit der Tamiya Acryl Farbe XF-20 medium grey angemalt die dann nach dem Trocknen mit grauer und schwarzer Ölfarbe noch ein washing bekamen.

Mit dem Grasmaster von Noch und den Kunstgrasfasern von minitec wurde der Rasen aufgebracht. Hierzu wurden die Stellen an denen das Gras hin sollte mit einem Gemisch aus Wasser und Ponal im Verhältnis von 2:1 und ein paar Tropfen Vernetzer (ebenfalls von minitec) eingepinselt. Die im Grasmaster statisch aufgeladenen Grasfasern wurden dann darüber gestreut. Nach dem Trocknen habe ich dann die überflüssigen Grasfasern abgesaugt. Mit etwas Patina Braun von Vallejo habe ich den Birkenstamm noch abgedunkelt.
Das Ergebnis sieht dann wie folgt aus.

Da die Grundplatte leider gewölbt war, musste diese auf dem Modul aufgeklebt werden. Um die Bombentrichter wurde ein Schutthaufen aus dem Wasser, Ponal und Vogelsandgemisch gemacht. Auch da habe ich wieder zerbrochene Gehwegplatten hinein gedrückt.

Der Stand zum 27.07.2010 sieht dann wie auf den folgenden Bildern aus.

Die Bombentrichter mit den zerbrochenen Gehwegplatten wurden entsprechend mit Tamiya Farbe in braun und grau angemalt.

Um der Kopfsteinplasterstraße ein reales Aussehen zu verleihen kam über die bereits in dunkel grau gebrushte Straße ein washing mit schwarzer Ölfarbe die stark mit Terpentin verdünnt wurde.
Das ganze wurde in zwei Schritten gemacht. Als erstes wurde die schwarze Ölfarbe mit einem Pinsel großzügig aufgetragen und leicht eintrocknen gelassen. Als zweites habe ich mit einem weichen Baumwolltuch die Oberfläche der Straße wieder ungleichmäßig abgerieben.

Im Nachfolgenden Bild sind die unterschiedlichen Arbeitsschritte gut zu sehen.

--Links, die nur in dunkel grau gebrushte Straße
--Mitte, die aufgetragene schwarze Ölfarbe
--Rechts, die ungleichmäßig abgewichte Straße

Anmerkung: Wegen der doch etwas stärkeren Terpentindämpfen empfiehlt es sich das an einem gut belüfteten Ort zu machen!

Nach dem die Ölfarbe getrocknet war, wurde die Kopfsteinplasterstraße noch mit einem helleren Grau (Tamiya Acryl Farbe XF-20 medium grey) trockengemalt. Auch die Gullideckel bekamen ihren entgülltigen Farbton mit rotbrauner Ölfarbe. Und der Gehweg wurde auch noch mit einem washing aus stark verdünnter Ölfarbe bearbeitet.

Als nächstes stand auf dem 2. Modul ein Stück Eisenbahngleis für die Feldbahntrasse auf dem Programm. Am liebsten hätte ich in Normalspur (Maßstab 1:1 entspricht 1435 mm Spurweite was im Maßstab 1:16 einer Spurweite vom 89 mm und der sogenannten Spur 3 ensprechen würde) gebaut. Aber zum einen wäre das bei mir ein Platzproblem geworden und zum anderen ist in diesem Maßstab bzw. der Spur 3 so gut wie nichts an Material (Schienen, Wagen usw.) zu bekommen. Also habe ich mich für eine nicht ganz maßstabgetreue Variante entschieden, der Spur G, Maßstab 1:22,5 und einer Spurweite von 64 mm. Wenn man das als Feldbahn darstellt ist das meiner Meinung nach auch akzeptabel und man kann Material von der Stange wie z.B. von LGB und Piko nutzen. Auf den Wagen kann man zwar keine Panzer verladen aber grade auch für meine Idee ist das dennoch ok.

Zuerst musste aber an der Straßenplatte die bereits schon auf das Modul geklebt war noch ein Gulli und eine Bordsteinkante aus Keramin angebracht werden. Auch die Position in der das Gleis liegen sollte wurde angezeichnet.

Der Gulli und die Bordsteinkante Die angezeichnete Lage vom Gleis

Verwendet habe ich eine 30 cm und 60 cm lange grade Schiene von dem Hersteller Piko. Da der Schienenstrang aus Messing ist und die Schwellen zu sehr nach Kunststoff aussehen musste die Schiene und Schwelle vor dem Anbringen auf dem Modul entsprechend gealtert werden.

Dazu wurden das folgende Material von mir verwendet.

Die Grundierungen
--Metal Primer von Gunze
--Primer von Tamiya

--Tamiya Metalic Grey XF-56
--Patina Brown 73010 von Vallejo
--Light Orange 956 von Vallejo

Die Farben von Lifecolor
--Verdünnung --Wood Warm Dark Shade
--Wood Warm Base Color
--Wood Base Color

Die zwei Gleisstücke wurden zusammen gesteckt und auf die von mir benötigte Länge abgesägt. Danach habe ich das Gleis auseinander gebaut, so das Schiene und Schwelle getrennt bearbeitet werden konnte.
Angefangen habe ich mit der Schiene. Wegen des besseren Händlings habe ich die Schienenstränge mit Sekundenkleber auf einer alten Holzleiste fixiert und mit Metallgrundierung von Gunze grundiert.
Mit der Tamiya Acryl Farbe XF-56 Metalic Grey habe ich dann die Schiene gebrusht.
Danach wurde die Schiene mit der Acryl Farbe Light Orange 956 von Vallejo bebrusht.
Und zum Schluß habe ich die Schiene dann noch ungleichmäßig mit Patina Brown 73010 ebenfalls von Vallejo gebrusht.

Grundiert mit Metallgrundierung Gebrusht in Metalic Grey Gebrusht in Light Orange Gebrusht mit Patina Brown

Bei den Schwellen bin ich dann wie folgt vorgegangen.

1. Wurden die Schwellen mit Tamiya Primer grundiert.
2. Habe ich die Schwellen mit Wood Cold Base Color von Lifecolor angemalt.
3. Bekamen die Schwellen einen Überzug mit Wood Warm Base Color von Lifecolor.
4. Habe ich die Schwellen noch mit Wood Warm Dark Shade von Lifecolor angemalt.
5. Der letzte Schritt, die Schwellen wurden mit Wood Cold Base Color noch dezent trockengemalt.



Schritt 1 Schritt 2 Schritt 3 Schritt 4 Schritt 5

Im folgenden Bild mal ein Vergleich.
--Die rechte Seite ein Stück neue Schiene
--Die linke Seite ein Stück gealterte Schiene

Der Prellbock stammt auch aus dem Hause Piko. Dieser wurde zusammen gebaut und genau so gealtert wie die Bahnschwellen.

Der Prellbock wurde nun von mir auf dem Modul festgeklebt.

Vor dem befestigen der Gleise habe ich rechts und links davon erst noch den Erdboden mit meinem üblichen Gemisch aus Vogelsand, Ponal und Wasser modeliert.

Dann wurde das ganze mit Tamiya Acrylfarbe XF-52 flat earth angemalt genauso wie der Gulli und die Bordsteinkante. Die Schienenstränge wurden nun wieder mit den Bahnschwellen zusammen gebaut und auf dem Modul mit kleinen Nägeln befestigt. Bevor ich dann mit dem Einschottern der Gleise begonnen habe, wurde die Oberseite der Schienenstränge mit Tamiya XF-56 metalic grey dezent trockengemalt. Damit die Farbe beim Einschottern nicht beschädigt wird, bekam das ganze noch eine Versiegelung mit mattem Klarlack aus der Sprühdose von Gunze.

Nun konnte ich endlich mit dem Einschottern beginnen.

Als Schotter diente mir Naturschotter (Rollsplit). Dieser wurde gesiebt, gewaschen und getrocknet. Nach dem Trocknen wurde der Schotter in dem Gleisbett und auf dem Prellbock verteilt. Ein Ponal-Wasser Gemisch wurde mit einer kleinen Kunststoffflasche darüber getreufelt. Diese Vorgang wurden mehrmals wiederholt bis ich mir sicher war das jeder Stein seinen Kleber abbekommen hat und fixiert war.

Anmerkung: Nachdem das Weisleim-Gemisch getrocknet ist, kann man das ganze zum Schutz mit einer Schicht mattem Klarlack nochmal versiegeln.

Nun wurden die Seiten neben dem Gleisbett noch begrünt. Hierbei kam wieder der Grasmaster zum Einsatz wie auch schon weiter Oben in einem Abschnitt beschrieben. Um das ganze noch realer wirken zu lassen habe ich noch längere Grasbüchel aus dem Eisenbahnbedarf grün eingefärbt und vereinzelt in das feuchte Weisleim-Gemisch eingesteckt. Um den Prellbock herum wurde noch etwas Islandmoos angebracht.

Nach dem Absaugen der Grasreste wurde im Gleisbett und an den Bahnschwellen mit stark verdünnter schwarzer Ölfarbe vereinzelt noch Verschmutzungen dargestellt.

Fortsetzung folgt.........

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